Auch das noch - Arzneimittelinduzierter Kopfschmerz


Die häufigsten Nebenwirkungen von Schmerzmitteln (Analgetika), sind vielen Patienten bekannt. Es fallen dabei dann Begriffe wie Übelkeit, Müdigkeit oder Magenschmerzen. Es gibt aber eine weitere ebenfalls häufige Nebenwirkung, welche nicht so bekannt ist. Schmerzmittel können bei regelmäßiger Nutzung selbst Kopfschmerzen auslösen.

Dieser Zusammenhang ist vielen im Gesundheitswesen tätigen Menschen schon lange bekannt und wird als sogenannter „Arzneimittelinduzierter Kopfschmerz“ bezeichnet. Leider ist dies aber vielen Betroffenen nicht bewusst.

 

Dieser Schmerz unterscheidet sich von anderen Kopfschmerzarten dahin gehend, dass er sich meist als diffuser, dumpf-drückender Dauerkopfschmerz zeigt. Er tritt dabei häufiger nach dem Erwachen auf und wird durch körperliche Belastung schlimmer.

Im Vergleich zum Migränekopfschmerz fehlt eine vegetative Symptomatik wie Übelkeit und Erbrechen oder sie ist viel leichter ausgeprägt. Als möglicher Mechanismus wird eine Veränderung im Hirn selbst vermutet.


Dadurch werden Schmerzen intensiver und schneller wahrgenommen. Dieser Vorgang wird beschleunigt je früher Schmerzmittel regelmäßig genutzt werden. Also insbesondere bei Kindern oder Jugendlichen. Besonders gefährdet sind demnach junge Migränepatienten, die täglich bis fast täglich Analgetika einnehmen. Die bisher einzige Therapie ist der Entzug.

 

Aus gegebenem Anlass hat die Bundesapothekerkammer (BAK) ihren Suchtleitfaden zu diesem Thema aktualisiert. Dazu ein Auszug über die Verdachtsmomente zum „Arzneimittelinduzierten Kopfschmerz“:

  • Mehr als 20 Kopfschmerztagen im Monat

  • Regelmäßiger Einnahme von Analgetika

  • Zunahme der Stärke und Frequenz der Kopfschmerzen bei Entzug

  • Fehlendem Zusammenhang zwischen ursprünglichen Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerzen, Migräne) und derzeitigem Kopfschmerzsyndrom

         (Quelle: BAK-Leitfaden  „Arzneimittelmissbrauch – Leitfaden für die apothekerliche Praxis“)

 

In diesem Zusammenhang empfiehlt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) Schmerzmittel zur Vermeidung der Entwicklung medikamenteninduzierter Kopfschmerzen nicht häufiger als an 10 Tagen pro Monat anzuwenden. Ferner sollte die Anwendung nicht länger als drei Tage andauern.


Gibt es eine Alternative zu den Schmerzmedikamenten?


Da gerade Migränepatienten betroffen sind, lohnt sich ein Blick in die Therapie Therapie-Leitlinien der DMKG. Hier wird als „Nicht medikamentöse Verfahren zur Migräne-prophylaxe“ die Akupunktur aufgeführt.

Dort heißt es ferner: „Akupunktur ist in der Prophylaxe der Migräne wirksam.“ Einem Urteil, welchem ich mich aus der praktischen Arbeit nur anschließen kann. Die Akupunktur ist eine nebenwirkungsarme Therapie für Kopfschmerzen und vermindert den Bedarf an Schmerzmedikamenten. Mehr Informationen unter folgender Seite: Kopfschmerzen